STAATLICHER HOFKELLER WÜRZBURGDer HofkellerTradition und Fortschritt, geschichtsträchtiges Ambiente und lebendiger Wein mit moderner Weinkultur – spürbar und erlebbar harmonieren diese scheinbaren Gegensätzlichkeiten im Staatlichen Hofkeller Würzburg.
Das mehr als 875-jährige Bestehen des Staatlichen Hofkellers reicht zurück auf eine Schenkungsurkunde des Würzburger Bischofs Embricho aus dem Jahr 1128, der zur Gründung eines Klosters den „Brüdern Johannes und Heinrich und den übrigen Ordensbrüdern“ ein Grundstück in Zell schenkte. Als Gegengabe erhielt der Bischof einen Hof und „Weinberge am Stenbach“.

Der „Fürstbischöfliche Hofkeller“ hatte Bestand bis zur Säkularisation, die 1802 einsetzte. 1814 fiel der gesamte Weinbergsbesitz des Fürstbischofs an die Bayerische Krone und nannte sich nun „Königlich Bayerischer Hofkeller“. Das Ende der Monarchie in Bayern 1918 leitete über zum selbstständigen bayerischen Staatsweingut „Staatlicher Hofkeller Würzburg“. Mit dieser Geschichte ist der Staatliche Hofkeller das älteste Weingut, das in unmittelbarer Folge Hoheitsbesitz der jeweils regierenden Macht war. Seit 1969 ist er ein kaufmännisch geführter Betrieb, der sich an wirtschaftlichen Zielvorstellungen orientiert.
Einmalig, reizvoll und spannend bleibt der über das ganze fränkische Weinland gestreute Weinbergsbesitz – ein Abbild sprichwörtlicher „Fränkischer Vielfalt“. Das Herz des Staatlichen Hofkellers schlägt in der Frankenweinmetropole Würzburg. Das „Rosenbachpalais“ der Würzburger Residenz bildet den organisatorischen Mittelpunkt des Staatsweingutes.
Die Philosophie des HofkellersDer Hofkeller sieht es als seine Aufgabe, Herausforderung und Ansporn, die Tradition der Weinkultur und des Weinbaus zu pflegen und emotionale Weinwerte zu bewahren. Dabei gehört es zum Selbstverständnis, den nüchternen, kompromisslosen Erfordernissen moderner Weinerzeugung und -vermarktung gerecht zu werden. Unsere Prämissen und Ziele heißen: Umweltschonende, die Natur rücksichtsvoll nutzende und bewahrende Traubenerzeugung im Weinberg, qualitätserhaltende und – optimierende Traubenverarbeitung und Weinbereitung im Keller. Unseren Weinfreunden bieten wir individuellen, vielfältigen, hochwertigen, charaktervollen, lebendigen Weingenuss.
Unser Weinkeller
Tief im Inneren der Würzburger Residenz erstrecken sich die weitläufigen und labyrinthisch verschlungenen Kellergänge des ehemaligen „Fürstbischöflichen Hofkellers“. Einen »vorzüglichen Weinkeller« mit einzuplanen war dem aus Eger stammenden Baumeister Balthasar Neumann von Anfang an aufgetragen worden, als er 1719 mit den Planungen für die neu zu errichtende Bischofsresidenz am Rennweg begann.
Dem Besucher, der heute durch die stimmungsvoll beleuchteten Gänge und Gewölbe streift, erschließt sich eine der schönsten Weinkelleranlagen der Welt.
Im Bewusstsein dieses großen Erbes führt der Staatliche Hofkeller Würzburg die Institution des fürstbischöflichen Hofkellers fort und dies nicht als Museum, sondern als lebendiges Weinbaudenkmal mit moderner kellerwirtschaftlicher Nutzung.
Die SchatzkammerIn der „Weinbibliothek“ des Hofkellers in den Kellergewölben unter der Würzburger Residenz geben wertvolle, in Ehren gereifte Weine sicht- und schmeckbare Zeugnisse vergangener Weinjahre. Als älteste Flasche ist ein „1874er“ dort aufbewahrt. (Bei der Bombardierung Würzburgs am 16 März 1945 wurde leider wertvoller Wein durch Feuer zerstört.) Die Kellermeister behüten und pflegen heute die Bocksbeutel-Weinraritäten der Weinlagen, Rebsorten und Weinjahrgänge ab 1950.
Der FrankenweinDer Himmel, die Landschaft, die Reben, der Wein, die Menschen – das ist Franken. Diese Komponenten zusammengefasst, harmonisch vereint, als „flüssiges Gold“ im feinen Glas mit allen menschlichen Sinnen erleben und genießen – das ist Frankenwein. Derb, schmeichelnd, duftig, süß, betörend, geradlinig – eine endlos scheinende, bunte Weinpalette spiegelt Frankens Landschaften wider: Reben auf weißgrauen Muschelkalkhügeln im Maindreieck, an roten Bundsandsteinhängen im Mainviereck, an grauschwarzen Keuperbergen des Steigerwalds und in glitzernden Urgesteinsrebgärten.
Die RebsortenAuch bei der Reberziehung ist der Qualitätsgedanke oberstes Gebot. Er drückt sich aus in einer sinnvollen Mengenbegrenzung, in gewissenhaftem Pflanzenschutz und Bodenpflege, in einer ganzheitlich umweltschonenden Bewirtschaftung.
Die Rebsorten des Staatlichen Hofkellers besitzen internationale Reputation. Sie werden mit größter Sorgfalt gepflegt und ausgebaut, um die Eigenarten ihrer Frucht, des Bodens und des Jahrgangs zu bewahren und zu verfeinern.
Unser Hauptrebsorten sind:Riesling (22%)Die noble Rebsorte stellt hohe Ansprüche an die Weinbergslage. Deshalb bleiben dem Riesling ausschließlich unsere besten Parzellen vorbehalten, etwa im berühmten „Würzburger Stein“ oder in der „Würzburger Inneren Leiste“.
Rieslaner (5%)Der Rieslaner wurde 1921 in diesem Haus gekreuzt. Eine außergewöhnliche Frucht von großer Variation, eine rassige Beerensäure und viel Körper sind die unverwechselbaren Merkmale eines großen Rieslaners.
Silvaner (20%)Er gilt bis in die heutige Zeit als eigentliches Synonym für Frankenwein. Wie kaum eine andere Sorte spiegelt der Silvaner im Bukett und Geschmack den Boden wider, auf dem er reifte. Seine Weine sind körperreich bis kräftig, harmonisch und mit feinem Säurespiel.
Müller- Thurgau (15%)Diese früh reifende Sorte bringt ansprechend milde Weine hervor. Eine zurückhaltende Säure macht den Müller-Thurgau sehr bekömmlich. Seine zarte Frucht und ein angenehmes Muskat-Aroma kommen am besten in jungen Jahren zur Geltung.
Spätburgunder – Frühburgunder (10%)Vollmundige, tiefgründige Rotweine entstehen in klassischer Maischegärung und nach Reifung in Holzfässern. Neben den traditionellen Burgundersorten werden auch Portugieser, St.Laurent und Domina angebaut.
Die WeinbergeDer Weinberg ist der Geburtsort des Weines!
Franken ist kein zusammenhängendes Weinbaugebiet. Folgt man dem Lauf des Mains von Osten nach Westen, so formt er zunächst ein nach Norden offenes Dreieck, danach ein nach Norden offenes Viereck und mündet schließlich in den Main. Jenes Dreieck um Würzburg herum ist das Herzstück des fränkischen Weinbaus. Ihm stehen zur Seite die Spessarthänge im Mainviereck westlich und der Steigerwald im Osten. Diese weite Teilung erklärt Frankens geologische Besonderheit. Vier verschiedene Boden-Arten dienen den Weinreben als Wachstumsgrundlage:
Die Weine des Staatlichen Hofkellers profitieren damit von allen vier geologischen Formationen. Sie geraten lebendig und feingliedrig auf Urgestein am Untermain (Hörsteiner Abtsberg), elegant und erdig auf Muschelkalk um Würzburg (Würzburger Stein und Würzburger Innere Leiste), markant fruchtbetont auf Gipskeuper im Steigerwald (Handthaler Stollberg), und die gehaltvollen Rotweine des Hofkellers gedeihen auf warmem Buntsandstein im Mainviereck (Großheubacher Bischofsberg).
Daten und FaktenDer Staatliche Hofkeller Würzburg bewirtschaftet derzeit eine Rebfläche von 120 ha und beschäftigt 59 festangestellte Mitarbeiter, davon 6 Auszubildende. Besonders herausragende Jahrgänge der letzten 15 Jahre waren: 1990, 1994, 1997 und 2003